Berichte Spitzbergen 2017

Tag 1Sonntag - 30.04.

 

Sonntag der 30. April ist kein Tag wie jeder andere. Der Beginn einer langen Reise in den nördlichen Bereich der Erdhalbkugel. Viele Vorbereitungsarbeiten an der „Falado“ waren nötig für den geplanten Törn nach Spitzbergen. Es ging von früh morgens bis spät abends und manchmal wünschte man sich, der Tag wäre doppelt so lang. Eine geeignete Mannschaft zu finden, die die nötige Zeit und Eigenschaften mitbringt, ist gefunden und hat angeheuert. Der Abschied im Uetersener Stichhafen hat mich sehr überrascht. Der Schlengel mit den vielen lieben Freunden, Bekannten und Verwandten drohte unter der Last zu versinken. Wehmütig blieben sie im Kielwasser, nein hinter den Schlickbergen zurück, die nur mit Schlepperhilfe zu bezwingen waren. An der Drehbrücke wurden wir ein letztes Mal lautstark von voraus geeilten Freunden verabschiedet. Dann hieß es all Hands an Deck, zum Segelsetzen. Die Junge Mannschaft muss noch angelernt und die vielen Leinen und Taue an Bord erklärt werden. Der erste Seetag endete im Glückstädter Außenhafen mit der Belohnung eines Pils - Gebräus. Die Kojen wurden danach von der Mannschaft unaufgefordert in Beschlag genommen.

 

Tag 2 - Montag der 01. Mai

Um 07:00h hieß es Reise Reise. Kein Erbarmen mit den müden Sailers, denn die Tide gibt den Takt an, wann der Törn beginnt. Der fleißige Nordostwind trieb uns Meile für Meile in Richtung Cuxhaven. So hatte die unbefahrene Crew Gelegenheit ihre Landbeine auf Seebeine um zu trainieren. An unserem Ziel, dem Cuxhavener Stadthafen, zelebrierte der Koch die erste warme Mahlzeit für die Mannschaft. Keiner wagte zu meckern, denn der Koch, noch immer mit dem langen Schlachtermesser in der Hand erstickte so die noch so kleinste angedachte Kritik im Keim. Der Flohmarktbummel direkt vor unserem Liegeplatz, bescherte uns für den kommenden Tag ein günstiges Mahl. Der angebotene Spargel, eine ganze Kiste für 3 Euro, wurde zu Schleuderpreisen auch an die Faladobesatzung abgegeben.

 

Tag 3 – Dienstag der 02. Mai

Jeden Tag ein Stückchen weiter und jeden Tag beginnt die Reise etwas früher. Um 06:30h öffnete der Brückenwärter für uns die Klappbrücke und schon wurden vor der Hafeneinfahrt die Segel gesetzt. Paulinchen, die neue Windsteueranlage, hatte heute Premiere. Besser als der patentierte Offizier steuerte sie die Yacht wie auf Schienen Richtung Hochseeinsel Helgoland. Der Ausfall eines Crewmitglieds war heute zu beklagen. Denn die See war nicht mehr so friedlich wie die Tage zuvor. Die Falado verhielt sich durch die quer laufenden See, wie ein Schaukelpferd. Babys und kleine Kinder hätten vor Freude gejauchzt. Anders bei unserem Leichtmatrosen der das gar nicht gut fand. Sein Gesicht veränderte sich Aschfahl, sodass er vom Kapitano Kojenruhe verordnet bekam. Am Ende dieser Reise legte er dem Schiffsführer den Abmusterungsschein auf den Kartentisch mit der Begründung, das sei doch eine oder mehrere Nummern zu groß für ihn. Somit Endet das Spitzbergenunternehmen, bevor es eigentlich begonnen hat, und somit auch die Berichterstattung.